Startseite nach oben Charakter Gesundheit Fellpflege Herkunft Rassestandard

 

Fellpflege beim Havaneser

Mit der Fellpflege ist es so eine Sache. Havaneser sind recht unkomplizierte Hunde, aber bei der Fellpflege doch anspruchsvoll. Angaben in manchen Büchern, der Pflegeaufwand sei gering, sollte man nicht glauben. In der Tat ist es so, dass die Fellpflege einen nicht geringen Zeitaufwand erfordert.  Viele Besitzer entscheiden sich für die Rasse auch deshalb, weil Havaneser kaum haaren und deshalb auch für Allergiker geeignet sein können. Trotzdem sollte man als Züchter den Welpenkäufern  nicht verschweigen, dass man die Zeit, die man beim Staubsaugen eingespart hat, ans Bürsten und Kämmen dranhängen sollte.

Das seidige lange Fell neigt leider zu Verfilzungen, die unbedingt herausgekämmt werden müssen, da die Haut darunter sonst nicht mehr atmen und es zu Hautkrankheiten kommen kann. Besonders intensiv muss die Fellpflege bei jungen Havanesern erfolgen, denn in der Übergangszeit zwischen Welpen- und Erwachsenenfell neigt das Haarkleid bei Junghunden besonders zum Verfilzen. Tägliches ausgiebiges Bürsten und Kämmen ist in dieser Zeit unerlässlich. Das merken wir derzeit bei Chelsea, die sich gerade in dieser Fellwechsel-Phase befindet, die etwa anderthalb Jahre (ca. 7. Monat bis 2 Jahre) dauert. Zum Glück ist Apple inzwischen aus dieser Phase heraus. Ihr sehr feines Haar neigte immer besonders zu Verfilzungen. Mit Nona haben wir sehr viel weniger Arbeit, denn ihr Fell ist und war immer recht pflegeleicht.

Für das nötige Zubehör für die Fellpflege sollte man durchaus etwas Geld ausgeben und vernünftige Bürsten und Kämme im Fachhandel kaufen, da diese sehr viel mehr taugen und wirkungsvoller sind als Billigteile aus dem Supermarkt. Spezielle Shampoos und Spülungen können hilfreich sein. Allerdings sollte man Havaneser, wie alle Hunde, meiner Meinung nach nicht zu oft baden, da dadurch die natürliche Schutzfunktion der Haut beeinträchtigt wird. Erleichtert wird das Kämmen verfilzter Stellen, wenn man etwas Babypuder auf die Fellpartien gibt oder Pferdemähnenspray benutzt. Nicht ganz billig, aber sehr empfehlenswert ist die Anschaffung eines Trimmtisches. Auf einem solchen Tisch steht bzw. liegt der Hund sicher und für den Hundebesitzer ist die Pflegearbeit rückenschonend zu bewältigen.

Badetage gibt es bei uns für die Hunde nicht oft. Wir sind der Meinung, dass man Haut und Haar nicht durch zu häufiges Baden bzw. Duschen strapazieren und austrocknen sollte. Natürlich gibt es gute Shampoos und Pflegemittel, die rückfettend wirken, doch die natürliche Schutzfunktion der Haut erhält man am besten, wenn man es mit dem Baden nicht übertreibt. Meist ist es ausreichend, wenn man den Schmutz zunächst antrocknen lässt. Danach lässt er sich in der Regel problemlos aus dem Fell auskämmen. Aber wenn einer unserer Hunde sich bei Schmuddelwetter so richtig eingesaut oder beim Buddeln total dreckig gemacht hat, ist natürlich die Dusche angesagt. 

Es ist wichtig, die Hunde von klein auf an die Fellpflege zu gewöhnen, damit sie diese als selbstverständlich ansehen. Gleichwohl gibt es durchaus Charakterunterschiede: Manche Havaneser lieben und genießen die Fellpflege, andere mögen das Kämmen und Bürsten überhaupt nicht. Nach überstandener Prozedur sollte der Hund unbedingt belohnt werden.

Manche Besitzer lassen das Haar ihres Havanesers kürzen, auch, um sich die Fellpflege zu erleichtern. Prinzipiell ist das natürlich Geschmackssache und bleibt jedem Hundehalter überlassen. Und sicherlich haben Havaneser mit einem flotten "Kurzhaarschnitt" oder Welpenschnitt  ihren eigenen Charme, wie das Foto von Beans oben zeigt. Wer aber mit seinem Hund  an Ausstellungen teilnehmen möchte, für den ist Schneiden tabu. Ich persönlich finde, dass gerade das lange Haarkleid zum besonderen Charakter des Havanesers gehört und deshalb nur im "Notfall" geschnitten werden sollte.