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Zur Geschichte des Havanesers

Der Havaneser gehört zur Rassegruppe der Bichons, wie auch der Malteser, der Bologneser, der Bichon frisé, das Löwchen und der Coton de Tulear.  Schon alleine die große Ähnlichkeit der Bichon-Rassen untereinander lässt auf eine Verwandtschaft schließen. Der Name „Bichon“ bedeutet im französischen „verhätscheln“. Bei adligen Damen waren solche Hündchen früher äußerst beliebt. Im 17. Jahrhundert erfreute sich der Havaneser in Europa größter Popularität. Wie viele andere Hunderassen auch, geriet er nach und nach in Vergessenheit. Erst vor ca. 25 Jahren kam diese liebenswerte Rasse nach Deutschland und gewann dort seitdem immer mehr Herzen.

Es gibt viele Theorien, wie der Havaneser entstanden sein könnte. Eine ist, dass der Havaneser durch Handelskapitäne von Spanien nach Kuba gebracht wurde. Eine andere Theorie lautet: Auf Kuba existierte früher eine Kleinhunderasse namens „Blanquito de la Habana“. Es wird vermutet, dass durch Einkreuzung dieser kleinen weißen Hündchen mit dem Pudel schließlich der Havaneser entstand. Die ersten Havaneser wurden auch als „Havana-Silk Dog“ (Havanas Seidenhündchen) bezeichnet, nach Kubas Hauptstadt. Auf der Karibik-Insel machten die kleinen Havaneser Karriere.

 Aufgrund der kubanischen Revolution 1959 flohen viele Kubaner nach Florida. Weil sie keine Chance hatten, ihre Tiere mitzunehmen, blieben viele Hunde allein auf Kuba zurück, darunter auch viele Havaneser. Sie wurden, sich selbst überlassen, zu Straßenhunden. Unter dem Castro-Regime gab es keine Verbände/Vereine, die sich um den Erhalt der Reinrassigkeit der Havaneser kümmerten. Die Havaneser, die dort 200 Jahre als Rasse gelebt hatten, vermischten sich mehr und mehr mit anderen Hunden.Das führte dazu, dass der Havaneser auf Kuba selbst fast ausstarb. Nur wenige reinrassige Tiere blieben erhalten. Seit geraumer Zeit wird in Kuba der Bestand der Rasse jedoch wieder aufgebaut.

Als Wiederbegründer bzw. Restaurator der Havaneser-Rasse in der westlichen Welt gilt Dorothy Goodale aus Colorado (USA). Sie suchte intensiv nach Havanesern, die aus Kuba in die USA gekommen waren. 1974 kaufte sie in Arizona sechs Hunde und 1979 in Texas fünf Hunde. Mit diesen elf Tieren bzw. jenen acht davon, von denen Nachwuchs dokumentiert ist, begann Dorothy Goodale ihre Zucht. So gut wie alle Havaneser in der Welt von heute (mit Ausnahme von Kuba und des Ostblocks) stammen ursprünglich von diesen wenigen Hunden ab. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass der Genpool der Rasse Havaneser eng begrenzt ist. Eine Sonderrolle spielen die angeblichen acht „Russland-Havaneser“, die Anfang der 80er-Jahre aus dem kommunistischen Kuba in die Sowjetunion gelangt sind und schließlich nach Ungarn kamen. Was es mit diesen Tieren aber genau auf sich hat, ist nicht eindeutig zu klären.

1981 brachte eine deutsche Züchterin die ersten beiden Havaneser aus den USA nach Deutschland. Seitdem erobert dieser liebenswerte Kleinhund langsam, aber sicher die Herzen von immer mehr Menschen. Die Zahl der Züchter und damit auch die Zahl der Welpen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Internet gibt es mittlerweile sogar Havaneser-Foren, in denen sich Besitzer und Freude der Rasse austauschen und Kontakt pflegen.